Google Analytics verboten – was nun?

Google Analytics verboten - was nun?

Seit der Meldung, dass der Datenschutz in Deutschland sich gegen die Verwendung von Google Analytics ausgesprochen hat, sind viele verunsichert. Schon mehrfach wurde ich von Kunden, Freunden und Bekannten zu diesem Thema befragt: “Muss ich Google Analytics von meiner Seite entfernen? Droht eine Abmahnung oder muss ich gar Strafe zahlen? Gibt es eine Alternative zu Google Analytics?“ Auch eine Umfrage bei Xing hat ergeben, dass die Nutzer nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Bis zu 50.000 € soll es den Webseitenbetreiber kosten, wenn man Google Analytics einsetzt. Geld, das man sinnvoller einsetzen kann…

Natürlich gibt es Alternativen zu Google Analytics, unzählige Webanalyse Tools stehen zur Verfügung. Einige davon sind schlechter und weniger umfangreich, andere bieten aber weitaus mehr. Es gibt kostenlose Webanalyse Tools und welche, für die man bezahlen muss. Wer nur wissen will, wie viele Besucher auf seinen Seiten waren, wie viele und welche Seiten aufgerufen worden sind, der sollte einfach die Webstats von seinem Provider nutzen, Logfile-Analysen mit AWStats betreiben oder sich der Webserver-Analyse mit Piwik bedienen.

Für denjenigen jedoch, der ernsthaft Online Marketing Optimierung betreiben will, kommen diese Tools nicht in Betracht. Für komplexe Online Marketing Fragestellungen (und da reicht auch Google Analytics schon lange nicht mehr aus), ist ein umfangreicher Auswahlprozess notwendig sowie die Bereitschaft, in eine nachhaltige Lösung zu investieren (Sie erinnern sich an die oben erwähnten 50.000 €? Hier sind sie definitiv besser eingesetzt!). In 2008 wurden laut eMarketeer 23 Milliarden US$ für Online-Suchbegriffe und –Werbeanzeigen ausgegeben, aber laut Forrester nur 250 Millionen US$ für Website-Optimierung und Behavioral Targeting. Das heißt, pro US$ 92, die für die Online Besucher Akquise aufgewendet werden, wird nur US$1 für die proaktive Conversion Optimierung genau dieser Besucher ausgegeben! Hier muss ein Umdenken erfolgen – vielleicht gibt ein Verbot von Google Analytics bzw. die zugehörige Diskussion endlich den Anstoß dafür.

Je nach Anforderung kommen verschiedene, kostenpflichtige Tools in Frage: Omniture, Webtrekk, Xiti, Webtrends, Coremetrics und wie sie alle heißen. Welchen Anbieter Sie sich auch anschauen, jeder wird Ihnen sagen, sein Tool erfülle Ihre Anforderungen und sei einfach zu implementieren. Dieses gilt, solange Sie nur die Basiswerte haben wollen, welche die verschiedenen Tools liefern. Sobald aber Ihre eigenen Anforderungen mit einbezogen werden sollen, benötigen Sie eine korrekte Belegung der individuellen Variablen, die bei den besseren Tools in verschiedenem Umfang zur Verfügung stehen.

Hierfür gibt es KEINE Standardlösung, jeder hat seine eigenen Bedürfnisse und Anforderungen. Und genau danach richtet sich die Komplexität bei der Konzeption und der späteren Implementierung. Nur eine saubere Anforderungsaufnahme, eine nachhaltige Konzeption und eine valide Implementierung bieten Gewissheit für eine gute Webanalyse Lösung und die Möglichkeit Optimierungspotentiale zu erkennen. Man muss sich bewusst machen, dass dieses auch Geld kostet. Kein Tool implementiert sich von alleine, auch Google Analytics hat dieses bisher nicht getan. 92 zu 1…