Das Canonical-Tag, der Gewissensreiniger des Web-Analysten

Ein Inhalt, mehrere URLs: Bei all den ganzen PHP-Befehlen und Tracking-Parametern, die heutzutage an den URLs kleben, ist das nur schwer zu vermeiden.

Beispiel:
Hier haben wir einmal die URL
http://www.e-fellows.net/show/detail.php/18702
und einmal
http://www.e-fellows.net/show/detail.php/18702?txe.

Beide führen auf die exakt selbe Seite. Die zweite hat einen Parameter, der dem Web-Analysten auf einen Blick anzeigen soll, wie viele Page Views dieser Seite über Klicks auf einen der Teaser auf der Startseite zustande gekommen sind.
Das sieht nicht nur unschön aus, es ist auch nicht gut für die Suchmaschinenoptimierung.

Die Angst vor „duplicate content“
Noch immer haben viele Marketing-Chefs Angst davor, dass Google die eigene Website im Index ein paar Seiten nach hinten schickt. Doch das passiert nur in den seltensten Fällen – laut Google nur dann, wenn jemand absichtlich versucht, eine oder mehrere Websites mit identischem Content aufzublähen, um einen höheren Suchmaschinenrang zu erlangen.

Die anderen Gründe, auf inhaltliche Duplikate zu verzichten, sind nicht ganz so dramatisch, aber auch nicht unwichtig:

  • Dem Suchmaschinenroboter wird die Arbeit erschwert: Google & Co. erfassen alle Inhalte bekanntlich nach URLs. Aber welche der vielen URLs mit den identischen Inhalten soll Google denn nun in den Index aufnehmen und in den Suchergebnissen anzeigen, welche kann er ignorieren? Mit eindeutigen URLs erleichtert man dem Roboter die Arbeit – und vermeidet gleichzeitig, dass eine unerwünschte URL in den Index kommt.
  • Man verschüttet „Link Juice“: Wohl immer noch die wichtigste Kennziffer für den Suchmaschinenwert einer Seite: Links von anderen Domains. Nun verlinkt Seite A auf URL 1, Seite B auf URL 2. Beide fanden denselben Inhalt gut, doch der „Link Juice“ verteilt sich auf beide URLs. Und da der Link Juice einer einzelnen Webseite angeblich exponentiell zur Zahl der verweisenden Links wächst, verschwendet man so potenziellen Suchmaschinensaft.

Der Retter: das Canonical-Tag
Seit ein paar Monaten gibt es daher das „Canonical“-Tag, ein Ergebnis einer Initiative von Google, Yahoo und Microsoft. Man fügt das Tag im HTML-Header der Seite ein (z.B. “<link rel=”canonical” href=”/show/detail.php/18702″ />”). So kann man Suchmaschinen auf Inhalten mit mehreren URLs mitteilen, welche die „offizielle“ URL für diesen Inhalt ist. Und schon muss der Roboter sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, welche URL er denn nun in den Index aufnimmt. [ausführliche Anleitung im Google Webmaster Blog]

Friede zwischen Web-Analyst und SEO-Abteilung
Dank Canonical-Tag muss sich der Web-Analyst also nicht mehr so oft mit dem Suchmaschinenoptimierer anlegen. Denn ist das Canonical-Tag sauber auf allen Seiten implementiert, kann man der URL die ganzen lieben Tracking-Parameter beimischen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass man damit kostbaren Link-Saft verschüttet.